{"id":2978,"date":"2019-10-16T13:29:15","date_gmt":"2019-10-16T11:29:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kfz-expert.de\/?p=2978"},"modified":"2019-10-16T13:30:27","modified_gmt":"2019-10-16T11:30:27","slug":"urteil-des-lg-berlin-vom-15-09-2008-zur-alters-und-kilometergrenze-bei-der-merkantilen-wertminderung-15-jahre-150-000-km","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kfz-expert.de\/?p=2978","title":{"rendered":"Urteil des LG Berlin vom 15.09.2008 zur Alters- und Kilometergrenze bei der merkantilen Wertminderung (15 Jahre \/ 150.000 km)"},"content":{"rendered":"<table width=\"90%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"33%\"><span style=\"color: #808080;\">Gesch\u00e4ftsnummer:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><u><strong>58 O 75\/08<\/strong><\/u><\/span><\/td>\n<td width=\"34%\"><\/td>\n<td width=\"33%\"><span style=\"color: #808080;\">verk\u00fcndet am 15.09.2008<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Reckewitz,<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #808080;\">Justizsekret\u00e4r<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h1><strong>Landgericht Berlin<\/strong><\/h1>\n<h3><strong>IM NAMEN DES VOLKES <\/strong><\/h3>\n<p><strong>Urteil <\/strong><\/p>\n<p>In dem Rechtsstreit<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>hat die Zivilkammer 58 des Landgerichts Berlin , Littenstra\u00dfe 12-17, 10179 Berlin (Mitte), durch den Vorsitz durch den Richter am Landgericht Luhm-Schier als den zur Entscheidung berufenen Einzelrichter aufgrund der m\u00fcndlichen Verhandlung vom 18.09.2008<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>f\u00fcr Recht erkannt: <\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>Die Beklagten werden als Gesamtschuldner verurteilt , an den Kl\u00e4ger 15.196,35 \u20ac nebst Zinsen in H\u00f6he von 5 Prozentpunkten \u00fcber dem jeweiligen Basiszinssatz aus 14.546,35 \u20ac seit dem 22. Januar 2008 und aus weiteren 650 \u20ac seit dem 9. Juni 2008 zu zahlen.<\/li>\n<li>Die Beklagten werden als Gesamtschuldner verurteilt, den Kl\u00e4ger m H\u00f6he von 767,80 \u20ac von der Forderung seines Prozessbevollm\u00e4chtigten gem\u00e4\u00df der Honorarnote vom 13. Februar 2008 zur Rechnungsnummer 0800125 \u00fcber insgesamt 911,40 \u20ac freizustellen.<\/li>\n<li>Im \u00dcbrigen wird die Klage abgewiesen.<\/li>\n<li>Die Beklagten haben die Kosten des Rechtsstreits als Gesamtschuldner zu tragen.<\/li>\n<li>Das Urteil ist gegen Sicherheitsleistung in H\u00f6he des jeweils beizutreibenden Betrages zuz\u00fcglich 10% hiervon vorl\u00e4ufig vollstreckbar.<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><u>Tatbestand<\/u><\/strong><\/p>\n<p>Der Kl\u00e4ger nimmt die Beklagten wegen der Folgen eines Verkehrsunfalls in 10243 Berlin (Friedrichshain) auf Schadensersatz in Anspruch.<\/p>\n<p>&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;<\/p>\n<p>&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;..<\/p>\n<p><strong>III.<\/strong><\/p>\n<p>Der dem Kl\u00e4ger unfallbedingt entstandene Sachschaden ist wie folgt ersatzf\u00e4hig:<\/p>\n<table width=\"90%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Berechnung erfolgt<\/td>\n<td>netto<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Reparaturkosten lt. Privatgutachten Dipl.-Ing. P. B&#8230; (DEKRA) vom 06. Juni 2007<\/td>\n<td>12.668,32 \u20ac<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>(merkantiler) Minderwert lt. Privatgutachten Dipl.-Ing. P. B&#8230; (DEKRA) vom 06. Juni 2007<\/td>\n<td>1.400,00 \u20ac<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Sachverst\u00e4ndigenkosten gem\u00e4\u00df Rechnung DEKRA vom 06. Juni 2007<\/td>\n<td>458,03 \u20ac<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Nebenkosten (pauschal, gem\u00e4\u00df \u00a7 287 ZPO gesch\u00e4tzt)<\/td>\n<td>20,00 \u20ac<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Nutzungsausfallentsch\u00e4digung 10 Tage zum Tagessatz von 65,00 \u20ac<\/td>\n<td>650,00 \u20ac<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><strong>gesamter Unfallsachschaden <\/strong><\/td>\n<td><strong>15.196,35 \u20ac<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Kl\u00e4ger kann, wie die Beklagten wissen, seinen Schaden auf der Basis des Sachverst\u00e4ndigengutachtens abrechnen, auch wenn damit gewisse finanzielle Vorteile verbunden sein sollten.<\/p>\n<p>Die Reparaturkosten sind nach Grund und H\u00f6he von den Beklagten nicht substantiiert angegriffen worden. Abgesehen davon, dass die Sch\u00e4den am Fahrzeug des Kl\u00e4gers, \u201einsbesondere die Stauchung der Ersatzradmulde und Brechung &#8220; , durchaus bei einer Kollisionsgeschwindigkeit \u201evon ca. 30 km\/h&#8220; entstanden sein k\u00f6nnen, das Gericht weder eine diesbez\u00fcgliche Unm\u00f6glichkeit noch \u00fcberhaupt erkennen kann, dass es sich bei der vorgetragenen Geschwindigkeit um eine geringe Geschwindigkeit gehandelt h\u00e4tte, ist das erst mit dem Schriftsatz vom 12. September 2008 erfolgte Bestreiten unsubstantiiert und jedenfalls als versp\u00e4tet gem\u00e4\u00df \u00a7 296 Abs. 2 i. V. m. \u00a7 282 Abs. 2 ZPO zur\u00fcckzuweisen.<\/p>\n<p>Bereits mit der Ladungsverf\u00fcgung vom 18. Juni 2008 hat das Gericht die Beklagten darauf hingewiesen, dass ihr Vortrag unsubstan\u00fciert sei; diese Hinweise haben die Beklagten am 20. Juni 2008 erhalten. Erst mit dem Schriftsatz vom 12. September 2008 (Freitag), der erst nach Gesch\u00e4flsschluss bei dem Landgericht vorab per Telefax eingegangen ist, dem Gericht erst wenige Minuten vor der m\u00fcndlichen Verhandlung vorgelegen hat und dem Kl\u00e4ger gar erst im Termin \u00fcbergeben worden ist, haben die Beklagten weiter vorgetragen. Einen Grund f\u00fcr die Versp\u00e4tung haben die Beklagten allerdinge nicht genannt. Angesichts eines Zeitraumes von fast zwei Monaten beruht die Versp\u00e4tung ersichtlich auf grober Nachl\u00e4ssigkeit; dass die Zulassung die Erledigung des Rechtsstreits verz\u00f6gern w\u00fcrde, liegt auf der Hand, es m\u00fcsste zur Schadensh\u00f6he und Kausalit\u00e4t Beweis erhoben werden.<\/p>\n<p>Entsprechend als versp\u00e4tet gem\u00e4\u00df \u00a7 296 Abs. 2 i.V.m. \u00a7 282 Abs. 2 ZPO zur\u00fcckzuweisen ist auch der Vortrag der Beklagten, wonach die Weiternutzung des reparierten Fahrzeuges \u00fcber wenigstens sechs Monate bestritten wird. &#8211; Abgesehen davon ist nichts daf\u00fcr ersichtlich, dass es sich hier um einen wirtschaftlichen Totalschaden handeln k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Die geltend gemachte merkantile Wertminderung ist in dem Gutachten der DEKRA &#8211; die sich wie die Erfahrung zeigt jedenfalls nicht zu \u00fcberh\u00f6hten Ans\u00e4tzen hinrei\u00dfen l\u00e4sst &#8211; ausgewiesen und wird von den Beklagten allein unter Hinweis auf Alter und Laufleistung des Fahrzeuges (Unfalldatum; 2. Juni 2007; Erstzulassung: 23. Januar 2004; Kilometerstand: 59.774 km) bestritten.<\/p>\n<p>Das ist unzureichend. Abgesehen davon, dass auch fr\u00fcher die Grenze erst bei einem Alter von mehr als 5 Jahren bzw. einer Kilometerleistung von \u00fcber 100.000 km gezogen wurde (vgl. etwa Gerlach, DAR 2003 S. 49), entspricht es der heute weit \u00fcberwiegenden Auffassung, dass ein merkantiler Minderwert erst bei einem Alter von mehr als 15 Jahren und einer Kilometerleistung von \u00fcber 150.000 km im Regelfall nicht mehr auftritt (vgl. etwa Greiner, zfs 2006 S. 63 ff. und 124 ff. unter Hinweis auf BGH, Urteil vom 23. November 2004 &#8211; VI ZR 357\/03 -, NJW 2005 S. 277).<\/p>\n<p>Die Sachverst\u00e4ndigenkosten kann der Kl\u00e4ger lediglich netto ersetzt verlangen, er ist nach seinem eigenen Vortrag zum Abzug der Vorsteuer berechtigt.<\/p>\n<p>Der Anspruch auf Ersatz des Nutzungsausfalls durch Gew\u00e4hrung einer pauschalen Entsch\u00e4digung ist nach Grund und H\u00f6he unstreitig.<\/p>\n<p>&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;.<\/p>\n<p><em><strong>Quelle<\/strong><\/em><strong>: <\/strong><em>Ausz\u00fcge aus einem Urteil des LG Berlin vom 15.09.2008, Az.: 58 O 75\/08<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gesch\u00e4ftsnummer: 58 O 75\/08 verk\u00fcndet am 15.09.2008 Reckewitz, Justizsekret\u00e4r Landgericht Berlin IM NAMEN DES VOLKES Urteil In dem Rechtsstreit &nbsp; hat die Zivilkammer 58 des Landgerichts Berlin , Littenstra\u00dfe 12-17, 10179 Berlin (Mitte), durch den Vorsitz durch den Richter am Landgericht Luhm-Schier als den zur Entscheidung berufenen Einzelrichter aufgrund der m\u00fcndlichen Verhandlung vom 18.09.2008 &nbsp; [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2160,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[23],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kfz-expert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2978"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kfz-expert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kfz-expert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kfz-expert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kfz-expert.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2978"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.kfz-expert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2978\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2981,"href":"https:\/\/www.kfz-expert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2978\/revisions\/2981"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kfz-expert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/2160"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kfz-expert.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2978"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kfz-expert.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2978"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kfz-expert.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2978"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}