{"id":2807,"date":"2019-10-15T00:53:44","date_gmt":"2019-10-14T22:53:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kfz-expert.de\/?p=2807"},"modified":"2019-10-15T00:53:44","modified_gmt":"2019-10-14T22:53:44","slug":"urteil-des-bgh-vom-12-07-2005-zur-anrechnung-des-erzielten-restwertes-und-der-darlegungs-und-beweislast-des-versicherers-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kfz-expert.de\/?p=2807","title":{"rendered":"Urteil des BGH vom 12.07.2005 zur Anrechnung des erzielten Restwertes und der Darlegungs- und Beweislast des Versicherers"},"content":{"rendered":"<p><strong>BUNDESGERICHTSHOF<\/strong><\/p>\n<p><strong>IM NAMEN DES VOLKES<\/strong><\/p>\n<p><strong>URTEIL<\/strong><\/p>\n<p><u>VI ZR\u00a0<\/u><u>132\/04\u00a0<\/u>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Verk\u00fcndet am:<\/p>\n<ol start=\"12\">\n<li>Juli 2005<br \/>\nB\u00f6hringer-Mangold,<\/li>\n<\/ol>\n<p>Justizhauptsekret\u00e4rin<br \/>\nals Urkundsbeamtin<br \/>\nder Gesch\u00e4ftsstelle<\/p>\n<p>in dem Rechtsstreit<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nachschlagewerk:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0ja<br \/>\nBGHZ:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0ja<br \/>\n<u>BGHR:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/u>ja<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">BGB \u00a7 249 Hd<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Realisiert der Gesch\u00e4digte den Restwert durch den Verkauf seines Fahrzeugs, kann\u00a0er seiner Schadensberechnung grunds\u00e4tzlich den erzielten Restwertbetrag zugrundelegen.<br \/>\nMacht der Haftpflichtversicherer des Gesch\u00e4digten demgegen\u00fcber geltend,\u00a0auf dem regionalen Markt h\u00e4tte ein h\u00f6herer Restwert erzielt werden m\u00fcssen, liegt die\u00a0Darlegungs- und Beweislast bei ihm.<\/p>\n<p>BGH, Urteil vom 12. Juli 2005 &#8211; VI ZR 132\/04 &#8211; LG Saarbr\u00fccken<br \/>\nAG Homburg<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der VI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat auf die m\u00fcndliche Verhandlung\u00a0vom 12. Juli 2005 durch die Vizepr\u00e4sidentin Dr. M\u00fcller, den Richter Wellner, die Richterin Diederichsen und die Richter St\u00f6hr und Zoll f\u00fcr Recht erkannt:<\/p>\n<ul>\n<li>Auf die Revision des Kl\u00e4gers wird das Urteil der 2. Zivilkammer\u00a0des Landgerichts Saarbr\u00fccken vom 8. April 2004 aufgehoben.<\/li>\n<li>Die Berufung der Beklagten gegen das Urteil des Amtsgerichts\u00a0Homburg vom 25. Juli 2003 wird zur\u00fcckgewiesen.<\/li>\n<li>Die Beklagte hat die Kosten der Rechtsmittel zu tragen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Von Rechts wegen<\/p>\n<p><strong><u>Tatbestand:<\/u><\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Parteien streiten um den Betrag, den sich der Kl\u00e4ger als Restwert\u00a0seines besch\u00e4digten Fahrzeugs nach einem Verkehrsunfall vom 3. Juli 2002,\u00a0f\u00fcr den die Beklagte als Haftpflichtversicherer voll einzustehen hat, anrechnen\u00a0lassen mu\u00df.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">An dem Fahrzeug trat wirtschaftlicher Totalschaden ein. Der vom Kl\u00e4ger\u00a0beauftragte Sachverst\u00e4ndige wies in seinem Gutachten vom 4. Juli 2002 einen\u00a0Restwert von 1.065 \u20ac aus. Dies entsprach dem Angebot eines in der N\u00e4he der\u00a0tschechischen Grenze ans\u00e4ssigen Restwerth\u00e4ndlers, das der Sachverst\u00e4ndige\u00a0\u00fcber das Internet recherchiert hatte.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mit anwaltlichem Schreiben von Mittwoch, dem 10. Juli 2002, wies der\u00a0Kl\u00e4ger die Beklagte darauf hin, da\u00df die Restwertfestsetzung durch den Sachverst\u00e4ndigen\u00a0falsch sei; in dem Einzugsbereich, der dem im Saarland wohnenden\u00a0Kl\u00e4ger zug\u00e4nglich sei, liege das H\u00f6chstangebot bei 300 \u20ac. Er forderte die\u00a0Beklagte auf, daf\u00fcr Sorge zu tragen, da\u00df sich der Restwerth\u00e4ndler binnen drei\u00a0Tagen bei ihm melde und das Fahrzeug gegen Barzahlung abhole. Zudem\u00a0k\u00fcndigte er an, das Fahrzeug nach Ablauf dieser Frist f\u00fcr 300 \u20ac zu verkaufen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nach Ablauf der Frist verkaufte der Kl\u00e4ger das Fahrzeug am 16. Juli\u00a02002 f\u00fcr 300 \u20ac. Am 18. Juli 2002 ging ein verbindliches h\u00f6heres Angebot von\u00a0der im Gutachten genannten Firma ein.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Beklagte legte der Schadensregulierung den im Gutachten ausgewiesenen\u00a0Restwert zugrunde. Mit der Klage begehrt der Kl\u00e4ger den Differenzbetrag\u00a0in H\u00f6he von 765 \u20ac zu dem von ihm erzielten Verkaufserl\u00f6s.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das Amtsgericht hat der Klage stattgegeben. Auf die Berufung der Beklagten\u00a0hat das Landgericht die Klage abgewiesen. Mit der vom Berufungsgericht\u00a0zugelassenen Revision verfolgt der Kl\u00e4ger sein Klagebegehren weiter.<\/p>\n<p><strong><u>Entscheidungsgr\u00fcnde:<\/u><\/strong><\/p>\n<ol>\n<li><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong><br \/>\n<\/strong>Das Berufungsgericht hat ausgef\u00fchrt, wenn sich der Kl\u00e4ger &#8211; wie hier &#8211;\u00a0zum Schadensnachweis mit Ausnahme des darin ermittelten Restwerts auf die Feststellungen in dem von ihm eingeholten Gutachten berufe, sei es seine Sache\u00a0darzutun und nachzuweisen, da\u00df der nach dem Gutachten an sich zu erzielende\u00a0Restwert nicht zu realisieren sei und das Fahrzeug daher nur zu dem\u00a0tats\u00e4chlich erzielten Preis habe verkauft werden k\u00f6nnen. Der Kl\u00e4ger sei als Anspruchsteller\u00a0verpflichtet, die H\u00f6he des ihm entstandenen Schadens nachzuweisen.\u00a0Dieser Nachweis sei ihm durch das vom Amtsgericht eingeholte Gutachten\u00a0nicht gelungen. Danach w\u00e4ren zu dem ma\u00dfgeblichen Zeitpunkt auf dem\u00a0regionalen Markt Restwerte von 300 \u20ac bis 1.500 \u20ac zu realisieren gewesen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jedenfalls habe der Kl\u00e4ger gegen die ihm obliegende Schadensminderungspflicht\u00a0nach \u00a7 254 Abs. 2 BGB versto\u00dfen. K\u00f6nne nach Auffassung des\u00a0Gesch\u00e4digten ein Verkauf nur unter dem von dem eigenen Sachverst\u00e4ndigen\u00a0angenommenen Restwert stattfinden, sei es seine Sache, den Sch\u00e4diger bzw.\u00a0dessen Versicherer davon in Kenntnis zu setzen und unter Fristsetzung die\u00a0M\u00f6glichkeit zu geben, ein Angebot zu dem im Gutachten festgesetzten Restwert\u00a0zu vermitteln. Der Kl\u00e4ger habe die Beklagte zwar davon in Kenntnis gesetzt,\u00a0da\u00df er das Fahrzeug zu einem Preis von 300 \u20ac verkaufen wolle. Die gesetzte Frist von drei Tagen f\u00fcr die vollst\u00e4ndige Kaufabwicklung sei jedoch nicht\u00a0angemessen gewesen. Unter Ber\u00fccksichtigung der Postlaufzeiten sowie der\u00a0noch erforderlichen Kontaktaufnahme zwischen der Beklagten und potentiellen\u00a0Anbietern sei es vielmehr zumutbar gewesen, eine Frist von acht Tagen f\u00fcr ein\u00a0verbindliches Angebot zu setzen. Der Kl\u00e4ger m\u00fcsse sich daher so behandeln\u00a0lassen, als sei ihm das Angebot der im Gutachten aufgef\u00fchrten Firma rechtzeitig\u00a0zugegangen. Es sei kein Interesse des Gesch\u00e4digten erkennbar, das verbindliche\u00a0Angebot eines nicht ortsans\u00e4ssigen Aufk\u00e4ufers auszuschlagen.<\/p>\n<p><strong>II.<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Erw\u00e4gungen des Berufungsgerichts halten einer revisionsrechtlichen \u00dcberpr\u00fcfung nicht stand.<\/p>\n<ol style=\"font-weight: 400;\">\n<li>Ohne Rechtsfehler geht das Berufungsgericht allerdings davon aus,\u00a0da\u00df der Gesch\u00e4digte im Totalschadensfall, wenn er von der Ersetzungsbefugnis\u00a0des \u00a7 249 Satz 2 BGB a.F. (Art. 229 \u00a7 8 Abs. 1 EGBGB) Gebrauch macht\u00a0und den Schaden nicht im Wege der Reparatur, sondern durch Beschaffung\u00a0eines Ersatzfahrzeugs beheben will, nur Ersatz des Wiederbeschaffungswert\u00a0abz\u00fcglich des Restwerts verlangen kann (vgl. Senatsurteile BGHZ 115, 364,\u00a0372; 143, 189, 193; vom 21. Januar 1992 &#8211; VI ZR 142\/91 &#8211; VersR 1992, 457;\u00a0vom 6. April 1993 &#8211; VI ZR 181\/92 &#8211; VersR 1993, 769; vom 7. Dezember 2004\u00a0&#8211; VI ZR 119\/04 &#8211; VersR 2005, 381 und vom 7. Juni 2005 &#8211; VI ZR 192\/04).<br \/>\nWie der Senat in st\u00e4ndiger Rechtsprechung ausgesprochen hat, steht eine\u00a0solche Ersatzbeschaffung als Variante der Naturalrestitution unter dem Gebot der Wirtschaftlichkeit, das auch f\u00fcr die Frage gilt, in welcher H\u00f6he der Restwert des Unfallfahrzeugs bei der Schadensabrechnung ber\u00fccksichtigt werden mu\u00df. Dies bedeutet, da\u00df der Gesch\u00e4digte bei der Schadensbehebung gem\u00e4\u00df\u00a0\u00a7 249 Satz 2 BGB a.F. im Rahmen des ihm Zumutbaren und unter Ber\u00fccksichtigung\u00a0seiner individuellen Erkenntnis- und Einflu\u00dfm\u00f6glichkeiten sowie\u00a0der gerade f\u00fcr ihn bestehenden Schwierigkeiten den wirtschaftlichsten Weg zu\u00a0w\u00e4hlen hat &#8211; sog. &#8222;subjektbezogene Schadensbetrachtung&#8220; &#8211; (vgl. Senatsurteile\u00a0BGHZ 132, 373, 376 f.; 143, aaO; vom 21. Januar 1992 &#8211; VI ZR 142\/91 &#8211; aaO;\u00a0vom 6. April 1993 &#8211; VI ZR 181\/92 &#8211; aaO, 769 f. und vom 7. Dezember 2004\u00a0&#8211; VI ZR 119\/04 &#8211; aaO, 381 f.). Ein Gesch\u00e4digter ist allerdings grunds\u00e4tzlich nicht\u00a0verpflichtet, einen Sondermarkt f\u00fcr Restwertaufk\u00e4ufer im Internet in Anspruch\u00a0zu nehmen (vgl. Senatsurteil vom 7. Dezember 2004 &#8211; VI ZR 119\/04 &#8211; aaO) und\u00a0kann vom Sch\u00e4diger auch nicht auf einen h\u00f6heren Restwerterl\u00f6s verwiesen\u00a0werden, der auf einem Sondermarkt durch spezialisierte Restwertaufk\u00e4ufer erzielt\u00a0werden k\u00f6nnte (vgl. Senatsurteile BGHZ 143, aaO; vom 21. Januar 1992\u00a0&#8211; VI ZR 142\/91 &#8211; aaO; vom 6. April 1993 &#8211; VI ZR 181\/92 &#8211; VersR 1993, 769; vom\u00a07. Dezember 2004 &#8211; VI ZR 119\/04 &#8211; aaO). Nach diesen Grunds\u00e4tzen leistet der\u00a0Gesch\u00e4digte dem Gebot zur Wirtschaftlichkeit im allgemeinen Gen\u00fcge und bewegt sich in den f\u00fcr die Schadensbehebung nach \u00a7 249 Satz 2 BGB a.F. gezogenen\u00a0Grenzen, wenn er die Ver\u00e4u\u00dferung seines besch\u00e4digten Kraftfahrzeugs\u00a0zu demjenigen Preis vornimmt, den ein von ihm eingeschalteter Sachverst\u00e4ndiger\u00a0als Wert auf dem allgemeinen regionalen Markt ermittelt hat (vgl. Senatsurteile\u00a0BGHZ 143, aaO; vom 21. Januar 1992 &#8211; VI ZR 142\/91 &#8211; aaO, 458; vom\u00a06. April 1993 &#8211; VI ZR 181\/92 &#8211; aaO, 770 und vom 7. Dezember 2004\u00a0&#8211; VI ZR 119\/04 &#8211; aaO, 382).<\/li>\n<li>Demgegen\u00fcber mu\u00df sich im Streitfall der Kl\u00e4ger den von seinem\u00a0Sachverst\u00e4ndigen ermittelten Restwert schon deshalb nicht anrechnen lassen, weil dessen Gutachten nicht den vorstehend dargelegten Grunds\u00e4tzen entsprach, die insoweit auch f\u00fcr die Restwertermittlung durch einen vom Gesch\u00e4digten\u00a0beauftragten Sachverst\u00e4ndigen gelten. Der Sachverst\u00e4ndige hatte n\u00e4mlich\u00a0den Restwert nicht auf dem dem Kl\u00e4ger zug\u00e4nglichen allgemeinen regionalen Markt, sondern anhand eines \u00fcber das Internet recherchierten Angebots eines in der N\u00e4he der tschechischen Grenze ans\u00e4ssigen Restwerth\u00e4ndlers ermittelt, auf das sich der Kl\u00e4ger nicht einzulassen brauchte, zumal die konkrete\u00a0Abwicklung nicht gekl\u00e4rt war (vgl. hierzu Senatsurteil BGHZ 143, 189, 196).<br \/>\nUnter diesen Umst\u00e4nden konnte das vom Kl\u00e4ger eingeholte Gutachten entgegen\u00a0der Auffassung des Berufungsgerichts keine geeignete Grundlage f\u00fcr die Bestimmung des Restwerts bilden.<\/li>\n<li>In einer solchen Situation braucht der Gesch\u00e4digte kein weiteres Sachverst\u00e4ndigengutachten zum Restwert einzuholen und mu\u00df grunds\u00e4tzlich auch nicht den Haftpflichtversicherer \u00fcber den beabsichtigten Verkauf seines besch\u00e4digten Fahrzeugs informieren, weil andernfalls die ihm nach \u00a7 249 Satz 2 BGB a.F. (jetzt \u00a7 249 Abs. 2 Satz 1 BGB) zustehende Ersetzungsbefugnis\u00a0unterlaufen w\u00fcrde, die ihm die M\u00f6glichkeit der Schadensbehebung in eigener Regie er\u00f6ffnet und deshalb auf seine individuelle Situation und die konkreten Gegebenheiten des Schadensfalles abstellt (vgl. Senatsurteile BGHZ 143, 189, 195; vom 21. Januar 1992 &#8211; VI ZR 142\/91 &#8211; aaO, 457; vom 6. April 1993\u00a0&#8211; VI ZR 181\/92 &#8211; aaO). Dies entspricht dem gesetzlichen Bild des Schadensersatzes, nach dem der Gesch\u00e4digte Herr des Restitutionsgeschehens ist und grunds\u00e4tzlich selbst bestimmen darf, wie er mit der besch\u00e4digten Sache verf\u00e4hrt (vgl. Senatsurteile BGHZ 66, 239, 246; 143, 189, 194 f.). Will also der Gesch\u00e4digte sein Fahrzeug der ihm vertrauten Vertragswerkstatt oder einem angesehenen\u00a0Gebrauchtwagenh\u00e4ndler beim Erwerb eines Ersatzfahrzeugs in\u00a0Zahlung geben, kann ihn der Sch\u00e4diger &#8211; wie oben dargelegt &#8211; nicht auf einen Sondermarkt spezialisierter Restwertaufk\u00e4ufer verweisen (Senatsurteil vom\u00a06. April 1994 &#8211; aaO). Vielmehr kann der Gesch\u00e4digte, der wie im Streitfall nicht\u00a0einen fiktiven Restwert abrechnet, sondern denjenigen, den er durch den Verkauf\u00a0des Fahrzeugs tats\u00e4chlich realisiert hat, seiner Schadensberechnung grunds\u00e4tzlich den erzielten Restwertbetrag zugrundelegen (vgl. Senatsurteil vom 7. Juni 2005 &#8211; aaO).<br \/>\nFreilich gelten auch bei einer solchen konkreten Schadensberechnung\u00a0das Wirtschaftlichkeitsgebot und die sich aus \u00a7 254 Abs. 2 BGB ergebende Verpflichtung zur Geringhaltung des Schadens, so da\u00df der Sch\u00e4diger oder dessen Haftpflichtversicherer nicht an dem Vorbringen gehindert ist, auf dem\u00a0regionalen Markt h\u00e4tte ein h\u00f6herer Restwert erzielt werden m\u00fcssen. Wie der Senat bereits in dem in BGHZ 143, 189, 194 abgedruckten Urteil dargelegt hat, ist es n\u00e4mlich nicht ausgeschlossen, da\u00df besondere Umst\u00e4nde dem Gesch\u00e4digten Veranlassung geben k\u00f6nnen, g\u00fcnstigere Verwertungsm\u00f6glichkeiten\u00a0wahrzunehmen, um dem Wirtschaftlichkeitsgebot und seiner sich aus \u00a7 254\u00a0Abs. 2 BGB ergebenden Verpflichtung zur Geringhaltung des Schadens zu gen\u00fcgen. Unter diesem Blickpunkt kann er gehalten sein, von einer grunds\u00e4tzlich\u00a0zul\u00e4ssigen Verwertung der besch\u00e4digten Sache Abstand zu nehmen und im\u00a0Rahmen des Zumutbaren andere sich ihm darbietende Verwertungsm\u00f6glichkeiten\u00a0zu ergreifen. Derartige Ausnahmen stehen nach allgemeinen Grunds\u00e4tzen zur Beweislast des Sch\u00e4digers (vgl. Senatsurteile BGHZ 143, 189, 194 und vom 22. November 1977 &#8211; VI ZR 114\/76 &#8211; VersR 1978, 182, 183). Auch m\u00fcssen sie in engen Grenzen gehalten werden und d\u00fcrfen insbesondere nicht dazu f\u00fchren, da\u00df dem Gesch\u00e4digten bei der Schadensbehebung die von der Versicherung\u00a0gew\u00fcnschten Verwertungsmodalit\u00e4ten aufgezwungen werden (vgl. Senatsurteil BGHZ 143, aaO). Gleichwohl verbleibt dem Gesch\u00e4digten ein Risiko, wenn er den Restwert ohne hinreichende Absicherung realisiert und der Erl\u00f6s sich sp\u00e4ter im Proze\u00df als zu niedrig erweist. Will er dieses Risiko vermeiden,\u00a0mu\u00df er sich vor Verkauf des besch\u00e4digten Fahrzeugs mit dem Haftpflichtversicherer abstimmen oder aber ein eigenes Gutachten mit einer korrekten Wertermittlung einholen, auf dessen Grundlage er die Schadensberechnung vornehmen kann (Senatsurteile vom 21. Januar 1992 &#8211; VI ZR 142\/91 &#8211; VersR 1992, 457 und vom 6. April 1993 &#8211; aaO).<\/li>\n<li>Das angefochtene Urteil steht mit diesen Grunds\u00e4tzen nicht in Einklang.\u00a0Rechtsfehlerhaft geht das Berufungsgericht davon aus, der Kl\u00e4ger m\u00fcsse beweisen, da\u00df das Fahrzeug nur zu dem tats\u00e4chlich erzielten Preis habe verkauft werden k\u00f6nnen.<br \/>\nNach den vorstehenden Ausf\u00fchrungen hat der Kl\u00e4ger seiner Darlegungs- und Beweislast dadurch gen\u00fcgt, da\u00df er seiner Schadensberechnung den tats\u00e4chlich\u00a0f\u00fcr das besch\u00e4digte Auto erzielten und auch unstreitigen Preis zugrundegelegt\u00a0hat. Soweit die Beklagte geltend macht, er h\u00e4tte einen h\u00f6heren Preis erzielen m\u00fcssen, hat sie den ihr obliegenden Beweis nicht gef\u00fchrt. Nach den Feststellungen des Berufungsgerichts w\u00e4ren zu dem ma\u00dfgeblichen Zeitpunkt\u00a0auf dem ma\u00dfgeblichen regionalen Markt Restwerte von 300 \u20ac bis 1.500 \u20ac zu realisieren gewesen. Der vom Kl\u00e4ger erzielte Preis liegt somit im Rahmen der vom gerichtlichen Sachverst\u00e4ndigengutachten ermittelten Restwertangebote und ist von daher nicht zu beanstanden. Auf die Frage, ob die vom Kl\u00e4ger gesetzte Frist zur Abgabe eines h\u00f6heren Kaufangebots angemessen war, kommt\u00a0es schon deswegen nicht an, weil der Kl\u00e4ger &#8211; wie oben dargelegt &#8211; nicht verpflichtet war, die Beklagte \u00fcber die beabsichtigte Ver\u00e4u\u00dferung zu informieren und ihr Gelegenheit zu geben, ein h\u00f6heres Angebot zu unterbreiten. Bei dieser Sachlage kann auch dahinstehen, ob das nach Verkauf des Fahrzeugs eingegangene verbindliche Angebot des in der N\u00e4he der tschechischen Grenze ans\u00e4ssigen\u00a0Restwerth\u00e4ndlers den Anforderungen entsprach, bei deren Vorliegen\u00a0der Kl\u00e4ger nach der Rechtsprechung des Senats verpflichtet gewesen sein k\u00f6nnte, im Interesse der Geringhaltung des Schadens davon Gebrauch zu machen (vgl. Senatsurteil BGHZ 143, 189, 194 ff.).<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>III.<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nach alledem ist das Berufungsurteil aufzuheben und die Berufung gegen das Urteil des Amtsgerichts Homburg zur\u00fcckzuweisen, da es keiner weiteren tats\u00e4chlichen Feststellungen bedarf und die Sache zur Endentscheidung reif ist (\u00a7 563 Abs. 3 ZPO).<\/p>\n<table style=\"font-weight: 400;\" width=\"90%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"33%\"><span style=\"color: #808080;\">M\u00fcller<\/span><\/td>\n<td width=\"34%\"><span style=\"color: #808080;\">Wellner\u00a0<\/span><\/td>\n<td width=\"33%\"><span style=\"color: #808080;\">Frau Diederichsen ist durch<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #808080;\">Krankheit an der Unterzeichnung<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #808080;\">gehindert<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"color: #808080;\">St\u00f6hr<\/span><\/td>\n<td><\/td>\n<td><span style=\"color: #808080;\">Zoll<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESGERICHTSHOF IM NAMEN DES VOLKES URTEIL VI ZR\u00a0132\/04\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Verk\u00fcndet am: Juli 2005 B\u00f6hringer-Mangold, Justizhauptsekret\u00e4rin als Urkundsbeamtin der Gesch\u00e4ftsstelle in dem Rechtsstreit Nachschlagewerk:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0ja BGHZ:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0ja BGHR:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0ja BGB \u00a7 249 Hd &nbsp; Realisiert der Gesch\u00e4digte den Restwert durch den Verkauf seines Fahrzeugs, kann\u00a0er seiner Schadensberechnung grunds\u00e4tzlich den erzielten Restwertbetrag zugrundelegen. 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