{"id":2720,"date":"2019-10-15T00:19:07","date_gmt":"2019-10-14T22:19:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kfz-expert.de\/?p=2720"},"modified":"2019-10-15T00:19:07","modified_gmt":"2019-10-14T22:19:07","slug":"beschluss-des-bundesgerichtshofs-vom-26-05-2009-zum-zeitpunkt-der-faelligkeit-des-anspruchs-des-geschaedigten-auf-erstattung-ueber-dem-wiederbeschaffungswert-liegender-reparaturkosten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kfz-expert.de\/?p=2720","title":{"rendered":"Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 26.05.2009 zum Zeitpunkt der F\u00e4lligkeit des Anspruchs des Gesch\u00e4digten auf Erstattung \u00fcber dem Wiederbeschaffungswert liegender Reparaturkosten"},"content":{"rendered":"<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>BUNDESGERICHTSHOF<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>IM NAMEN DES VOLKES<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Beschluss<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">VI ZB 71\/08<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0vom<\/p>\n<ol start=\"26\">\n<li style=\"font-weight: 400;\">Mai 2009<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">in dem Rechtsstreit<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der VI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 26. Mai 2009 durch die Vizepr\u00e4sidentin Dr. M\u00fcller, die Richter Wellner, Pauge und St\u00f6hr und die Richterin von Pentz<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">beschlossen:<\/p>\n<p>Die Beklagte hat die Kosten des Rechtsbeschwerdeverfahrens zu tragen.<\/p>\n<p>Der Gegenstandswert des Rechtsbeschwerdeverfahrens wird f\u00fcr die Zeit bis zum 4. Mai 2009 auf 448,56 \u20ac und f\u00fcr die Zeit ab 5. Mai 2009 auf bis 300,00 \u20ac festgesetzt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Gr\u00fcnde:<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>I.<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\nDer Kl\u00e4ger erlitt am 1. Januar 2008 einen Verkehrsunfall, bei dem sein PKW besch\u00e4digt wurde. Er lie\u00df ein Schadensgutachten erstellen, in dem die Reparaturkosten auf 4.406,13 \u20ac, der Wiederbeschaffungswert auf 4.000,00 \u20ac und der Restwert auf 800,00 \u20ac beziffert wurden (s\u00e4mtlich inklusive Mehrwertsteuer). Der Kl\u00e4ger lie\u00df das Fahrzeug Ende Januar 2008 in einer Fachwerkstatt f\u00fcr 4.524,36 \u20ac reparieren. Die Beklagte, der Haftpflichtversicherer des eintrittspflichtigen Unfallgegners, ersetzte ihm &#8211; neben den Sachverst\u00e4ndigenkosten und der Kostenpauschale &#8211; zun\u00e4chst lediglich den Wiederbeschaffungsaufwand von 3.200,00 \u20ac (Wiederbeschaffungswert abz\u00fcglich Restwert). Zur Begr\u00fcndung gab sie an, eine Erstattung innerhalb der 130 %-Grenze erfolge erst, wenn der Nachweis einer Weiternutzung des Fahrzeugs f\u00fcr mindestens sechs Monate gef\u00fchrt werde. Mit Mahnbescheid vom 2. April 2008 hat der Kl\u00e4ger die Zahlung weiterer 1.324,36 \u20ac begehrt. Dagegen hat die Beklagte Widerspruch eingelegt. Mit seiner Klagebegr\u00fcndung vom 5. Juni 2008 hat der Kl\u00e4ger im Wege der Klageerweiterung zus\u00e4tzlich eine Nutzungsausfallentsch\u00e4digung f\u00fcr die Dauer der Reparatur in H\u00f6he von 232,00 \u20ac sowie die Erstattung vorgerichtlicher Anwaltskosten von 85,57 \u20ac verlangt. Am 14. Juli 2008 hat die Beklagte den Restbetrag gezahlt. Daraufhin haben die Parteien den Rechtsstreit \u00fcber-einstimmend in der Hauptsache f\u00fcr erledigt erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das Amtsgericht hat die Kosten des Rechtsstreits dem Kl\u00e4ger auferlegt. Auf die dagegen erhobene sofortige Beschwerde des Kl\u00e4gers hat das Landgericht die Kosten des Rechtsstreits einschlie\u00dflich des Beschwerdeverfahrens zu 80,66 % dem Kl\u00e4ger und zu 19,34 % der Beklagten auferlegt. Mit der vom Beschwerdegericht zugelassenen Rechtsbeschwerde hat der Kl\u00e4ger beantragt, die Kosten des Rechtsstreits in vollem Umfang der Beklagten aufzuerlegen. Nachdem die Beklagte im Laufe des Rechtsbeschwerdeverfahrens die in den Vorinstanzen angefallenen Anwalts- und Gerichtskosten in vollem Umfang erstattet hat, hat der Kl\u00e4ger die Sache f\u00fcr erledigt erkl\u00e4rt. Die Beklagte hat der Erledigungserkl\u00e4rung nicht widersprochen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<strong>II.<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Da die Beklagte nach gerichtlichem Hinweis auf die in \u00a7 91a Abs. 1 Satz 1 ZPO geregelte Rechtsfolge (vgl. BGH, Beschluss vom 11. M\u00e4rz 2009 &#8211; VIII ZB 70\/07 &#8211; juris, Rn. 8) der Erledigungserkl\u00e4rung des Kl\u00e4gers nicht widersprochen hat, ist \u00fcber die Kosten des Rechtsbeschwerdeverfahrens entsprechend \u00a7 91a ZPO durch Beschluss zu entscheiden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Unter Ber\u00fccksichtigung des bisherigen Sach- und Streitstandes sind die Kosten nach billigem Ermessen der Beklagten aufzuerlegen. Ohne die \u00fcbereinstimmende Erledigung der Hauptsache h\u00e4tte die Rechtsbeschwerde Erfolg gehabt, denn die Kosten des Rechtsstreits w\u00e4ren der Beklagten aufzuerlegen gewesen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Entgegen der Auffassung des Beschwerdegerichts war auch der Anspruch des Kl\u00e4gers auf Ersatz der restlichen Reparaturkosten von Anfang an in vollem Umfang begr\u00fcndet. Wie der Senat nach Erlass des angefochtenen Kostenbeschlusses entschieden hat, wird im Falle einer vollst\u00e4ndigen und fachgerechten Reparatur eines Fahrzeugschadens, der \u00fcber dem Wiederbeschaffungswert, aber innerhalb der 130 %-Grenze liegt, der Anspruch des Gesch\u00e4digten auf Ersatz der den Wiederbeschaffungsaufwand \u00fcbersteigenden Reparaturkosten im Regelfall nicht erst sechs Monate nach dem Unfall f\u00e4llig (Senats-beschluss vom 18. November 2008 &#8211; VI ZB 22\/08 &#8211; VersR 2009, 128).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\nVorliegend war die F\u00e4lligkeit der Forderung vor Erlass des Mahnbe-scheids (2. April 2008) eingetreten. Der Kl\u00e4ger hatte das Fahrzeug im Januar 2008 reparieren lassen und die Beklagte mit Anwaltsschreiben vom 29. Januar 2008 unter Vorlage der Reparaturrechnung vom 28. Januar 2008 zur Zahlung aufgefordert. Dass zu diesem Zeitpunkt Anhaltspunkte f\u00fcr einen fehlenden Willen des Kl\u00e4gers zur Weiternutzung des Fahrzeugs bestanden h\u00e4tten (vgl. Se-natsurteile BGHZ 168, 43, 48; vom 13. November 2007 &#8211; VI ZR 89\/07 &#8211; VersR 2008, 134 f. und vom 27. November 2007 &#8211; VI ZR 56\/07 &#8211; VersR 2008, 135, 136), ist weder vorgetragen noch ersichtlich. Mithin war die Klageforderung auch bez\u00fcglich der Reparaturkosten von Anfang an begr\u00fcndet.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">M\u00fcller\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Wellner\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Pauge<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0St\u00f6hr\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 von Pentz<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Vorinstanzen:<br \/>\nAG Saarlouis, Entscheidung vom 31.07.2008 &#8211; 29 C 975\/08 &#8211;<br \/>\nLG Saarbr\u00fccken, Entscheidung vom 02.10.2008 &#8211; 13 T 11\/08 &#8211;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em><strong>Quelle: Bundesgerichtshof<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESGERICHTSHOF IM NAMEN DES VOLKES Beschluss VI ZB 71\/08 \u00a0vom Mai 2009 in dem Rechtsstreit Der VI. 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