{"id":2469,"date":"2019-10-11T09:55:15","date_gmt":"2019-10-11T07:55:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kfz-expert.de\/?p=2469"},"modified":"2019-10-11T09:58:20","modified_gmt":"2019-10-11T07:58:20","slug":"urteil-des-ag-aachen-vom-17-08-2005-zur-massgeblichkeit-der-stundenverrechnungssaetze-einer-markengebundenen-vertragswerkstatt-und-der-erstattungsfaehigkeit-der-upe-aufschlaege-im-kaskoschadenfall-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kfz-expert.de\/?p=2469","title":{"rendered":"Urteil des AG Aachen vom 17.08.2005 zur Ma\u00dfgeblichkeit der Stundenverrechnungss\u00e4tze einer markengebundenen Vertragswerkstatt und der Erstattungsf\u00e4higkeit der UPE-Aufschl\u00e4ge im Kaskoschadenfall"},"content":{"rendered":"<table style=\"font-weight: 400;\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"33%\"><span style=\"color: #808080;\"><strong>8 C 195\/05<\/strong><\/span><\/td>\n<td width=\"33%\"><\/td>\n<td width=\"34%\"><span style=\"color: #808080;\">Anlage zum Verk\u00fcndungsprotokoll vom<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">17.8.2005<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Verk\u00fcndet am 17.8.2005<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Joder<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Justizangestellte als Urkundsbeamter der Gesch\u00e4ftsstelle<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>AMTSGERICHT AACHEN<\/p>\n<p>IM NAMEN<strong>\u00a0DES VOLKES<\/strong><\/p>\n<p>URTEIL<\/p>\n<p>In dem Rechtsstreit<\/p>\n<p><strong>des<\/strong>\u00a0Herrn&#8216;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a052070 Aachen,<\/p>\n<p>Kl\u00e4gers,<\/p>\n<p>Prozessbevollm\u00e4chtigter:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>gegen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Beklagte,<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<table width=\"258\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"246\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<span style=\"color: #808080;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Prozessbevollm\u00e4chtigte:<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>hat das Amtsgericht Aachen, Abt. 8 aufgrund der m\u00fcndlichen Verhandlung vom 6.7.2005 durch die Richterin am Amtsgericht Dr. Dallemand-Purrer f\u00fcr Recht erkannt:<\/p>\n<p>Die Beklagte wird verurteilt, an den Kl\u00e4ger 2.345,28 \u20ac nebst Zinsen in H\u00f6he von 5 Prozentpunkten \u00fcber dem Basiszinssatz aus 1.682,98 \u20ac seit dem 23.03.2005 und aus 144,59 \u20ac seit dem 28.04.2005 zu zahlen.<\/p>\n<p>Im \u00fcbrigen wird die Klage abgewiesen.<\/p>\n<p>Die Kosten des Rechtsstreits tragen der Kl\u00e4ger zu 8 % und die Beklagte zu\u00a0<strong>92%.<\/strong><\/p>\n<p>Das Urteil ist vorl\u00e4ufig vollstreckbar, f\u00fcr den Kl\u00e4ger jedoch nur gegen Sicherheitsleistung\u00a0\u00a0 in H\u00f6he von 110 % des vollstreckbaren Betrages. Der Kl\u00e4ger darf die Zwangsvollstreckung gegen Sicherheitsleistung in H\u00f6he von 110 % des vollstreckbaren Betrages abwenden, wenn nicht die Beklagte vor der Vollstreckung Sicherheit in gleicher H\u00f6he leistet.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Tatbestand<\/strong><\/p>\n<p>Der Kl\u00e4ger unterh\u00e4lt bei der Beklagten eine Vollkaskoversicherung. Am 14.10.2004 wurde sein bei der Beklagten versicherter Pkw in einen, selbst verschuldeten Unfall verwickelt. Zur Ermittlung der Schadensh\u00f6he holte er die aus Bl. 8 f. ersichtliche Repa\u00adraturkostenkalkulation der Firma \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0ein, wonach sich die Reparaturkosten auf 4.011,68 \u20ac netto beliefen. Nach Zuleitung dieser Kalkulation an die Beklagte beauftragte diese den Sachverst\u00e4ndigen \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0&#8230;&#8230;&#8230;mit der Erstellung eines weiteren Gutachtens, welcher Reparaturkosten von 2.279,75 \u20ac ermittelte (Bl. 13 f.). Der Kl\u00e4ger wandte sich nach dessen Erhalt mit Schreiben vom 22.11.2004 (Bl. 16) an die Beklagte mit der Auforderung, das Sachverst\u00e4ndigenverfahren nach \u00a7 14 AKB einzuleiten. Als Ausschussmitglied benannte er den Sachverst\u00e4ndigen \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0, der unter dem 06.11.2005 das aus Bl. 19 ersichtliche Gutachten erstellte und hierbei Reparaturkosten in H\u00f6he von 3.546,87 \u20ac ermittelte. Das Gutachten stie\u00df bei dem seitens der Beklagten als Ausschussmitglied benannten Sachverst\u00e4ndigen \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0jedoch auf Einwendungen, so dass sich die beiden Sachverst\u00e4ndigen schlie\u00dflich auf den weiteren Sachverst\u00e4ndigen \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0als Obmann einigten. Der Sachverst\u00e4ndige \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0erteilte dem Obmann mit Schreiben vom 25.01.2005 (Bl. 40) die erforderlichen Sachinformationen und erl\u00e4uterte sein Gutachten und die abweichenden Bewertungen gegen\u00fcber der Reparaturkostenkalkulation der Firma \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0und den Feststellungen des Sachverst\u00e4ndigen . Unter dem 14.03.2005 (Bl. 42) erstellte der Sachverst\u00e4ndige \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0sodann ein Protokoll mit folgender Schlussbewertung (Bl. 43\/44):<\/p>\n<p><em>\u201eNach eingehender Pr\u00fcfung der vorgelegten Unterlagen, insbesondere der erstellten Vorgutachten, ist festzustellen, dass die im Gutachten des Sachverst\u00e4ndigen Dipl.-Ing. \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0aufgef\u00fchrten Arbeiten und Ersatzteile zur sach- und fachge\u00adrechten Beseitigung des Schadens erforderlich, angemessen und zutreffend sind. In seinem Gutachten verwendete der SV die Stundenverrechnungss\u00e4tze ei\u00adner \u00f6rtlichen Vertragswerkstatt des Fahrzeugherstellers gem\u00e4\u00df BGH-Urteil vom 29.04.2003. Dabei wurden die niedrigen S\u00e4tze der in Aachen ans\u00e4ssigen Firma \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0zugrunde gelegt, die unter denen anderer Vertragswerkst\u00e4tten liegen. Auch der im Aachener Raum bei VAG-H\u00e4ndlern \u00fcbliche Aufschlag auf Ersatzteile (UPE) in H\u00f6he von 10 % wurde in diesem Gutachten ber\u00fccksichtigt.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Die Beklagte teilte dem Kl\u00e4ger mit Schreiben vom 22.03.2005 (Bl. 48) jedoch mit, dass der Ombudsmannbescheid nicht akzeptiert werde. Der Kl\u00e4ger wandte sich daraufhin mit anwaltlichem Schreiben vom 11.04.2005 (Bl. 53) an die Beklagte, in welchem er sie u. a. &#8211; erfolglos &#8211; zur Erstattung der im Rahmen der au\u00dfergerichtlichen Kaskoregulierung angefallenen Anwaltsgeb\u00fchren aufforderte. Der Kl\u00e4ger macht die ihm aus dem Unfall gegen die Beklagte angeblich zustehenden Anspr\u00fcche nunmehr im Klagewege fort. Insoweit macht er geltend-<\/p>\n<p>Reparaturkosten gem\u00e4\u00df Gutachten \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 3.546,87 \u20ac<br \/>\nKosten des Ursprungsgutachten \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0(BI. 18) \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 17,71 \u20ac<br \/>\nKosten des Sachverst\u00e4ndigen<br \/>\nim Sachverst\u00e4ndigenverfahren (Bl. 39) \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 415,86 \u20ac<br \/>\nau\u00dfergerichtlich angefallene Anwaltsgeb\u00fchren<br \/>\ngem\u00e4\u00df Klageerh\u00f6hungsschriftsatz vom 18.04.2005 (Bl. 51)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 144,59 \u20ac<\/p>\n<p><strong>abz\u00fcglich<\/strong><br \/>\nSelbstbeteiligung\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 300,&#8211; \u20ac<br \/>\nau\u00dfergerichtlich erfolgter Abschlagszahlung\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<u>1.800.&#8211; \u20ac<br \/>\n<\/u><br \/>\n<strong>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 2.525,03 \u20ac<\/strong><\/p>\n<p>Er beantragt,<\/p>\n<p>die Beklagte zu verurteilen, an ihn 2.525,03 \u20ac nebst 5 % Zinsen \u00fcber dem Basiszinssatz aus 2.380.44 \u20ac seit dem 22.05.2005 sowie aus 144,59 \u20ac seit dem 13.04-2005 zu zahlen.<\/p>\n<p>Die Beklagte beantragt,<\/p>\n<p>die Klage abzuweisen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sie ist der Ansicht, der Abrechnung sei das Gutachten des Sachverst\u00e4ndiger abz\u00fcglich der Selbstbeteiligung von 300,- \u20ac sowie eines seitens der Beklagten neben der Abschlagszahlung von 1.800,- \u20ac erstatteten Betrages von weiteren 179,75 \u20ac, so dass der Schaden vollumf\u00e4nglich reguliert sei.Die Feststellungen der Sachverst\u00e4ndigen \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0und \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0seien unzutreffend bzw. unverwertbar. Der Sachverst\u00e4ndige\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 habe im Hinblick auf seine Feststellungen bez\u00fcglich der BGH-Rechtsprechung eine nicht in einen Zust\u00e4ndigkeitsbereich fallende Rechtsfrage begutachtet. Im \u00fcbrigen sei die in Bezug genommene BGH-Entscheidung, der ein Haftpflichtfall zugrunde liege, auf den streitgegenst\u00e4ndlichen Kaskoversicherungsfall auch nicht anwendbar. Dar\u00fcber hinaus sei das Gutachten bzw. Protokoll im Hinblick auf die lediglich eine halbe DIN-A 4-Seite umfassende Begr\u00fcndung, die keinerlei Auseinadersetzung mit den widerstreitenden Gutachten enthalte, formell mangelhaft.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus habe sich der Sachverst\u00e4ndige \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0durch die Erstellung des Protokolls auch \u00fcber die Absprachen zwischen den beteiligten Sachverst\u00e4ndigen hinweggesetzt. Danach habe das Protokoll n\u00e4mlich von dem Sachverst\u00e4ndigen \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0erstellt, sodann an den Sachverst\u00e4ndigen \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00fcbersandt und bei fehlender Beanstandung nebst den beiden Gutachten an den Obmann \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0geschickt werden sollen, damit dieser sodann seine Entscheidung treffen k\u00f6nnen. Ferner seien die au\u00dfergerichtlichen Anwaltskosten im Hinblick auf \u00a7 66 Abs. 2 VVG nicht erstattungsf\u00e4hig und im \u00fcbrigen die in Ansatz gebrachte 1,3-Gesch\u00e4ftsgeb\u00fchr im Hinblick auf Umfang und Schwierigkeit der Sache \u00fcbersetzt.<br \/>\nWegen der weiteren Einzelheiten des Sach- und Streitstands wird Bezug genommen auf das schrifts\u00e4tzliche Vorbringen der Parteien einschlie\u00dflich den zu den Akten gereichten Unterlagen.<\/p>\n<p><strong>Entscheidungsgr\u00fcnde<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich sind die von dem Obmann getroffenen Feststellungen verbindlich, es sei denn, sie weicht offenbar von der wirklichen Sachlage erheblich ab (\u00a7 14 Abs. 1 s.1 AKB). Mit den Tatbestandsmerkmalen \u201eoffensichtlich\u201c und \u201eerheblich\u201c soll die Anfechtungsm\u00f6glichkeit auf die wenigen F\u00e4lle ganz offensichtlichen Unrechts beschr\u00e4nkt werden (R\u00f6mer\/Langheid \u00a7 64, Rn. 10). Ob hier ein solcher Fall gegeben ist, ist jedenfalls nach dieser Definition zweifelhaft. Allerdings ist ein Schiedsgutachten auch dann offenbar unrichtig, wenn die Ausf\u00fchrungen des Sachverst\u00e4ndigen so l\u00fcckenhaft sind, dass selbst der Fachmann das Ergebnis aus dem Zusammenhang des Gutachtens nicht \u00fcberpr\u00fcfen kann (R\u00f6mer\/Langheid a. a -O-, Rn. 13). Im Hinblick auf den \u00e4u\u00dferst knappen Umfang des Protokolls des Sachverst\u00e4ndigen \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0und die Tatsache, dass er &#8211; was die Beklagte insoweit zu Recht r\u00fcgt &#8211; \u00fcberwiegend zu einer blo\u00dfen Rechtsfrage Stellung bezogen hat, ist eine Unverbindlichkeit des Gutachtens nach \u00a7 14 Abs. 1 S. 1 AKB jedenfalls nicht von der Hand zu weisen.<\/p>\n<p>Aber selbst wenn dem Gutachten aus den oben genannten Gr\u00fcnden die Verbindlichkeit fehlen sollte, hat das erkennende Gericht gegen die inhaltliche Richtigkeit der seitens der Sachverst\u00e4ndigen \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0und \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0getroffenen Feststellungen im Ergebnis entgegen der Auffassung der Beklagten keine Bedenken. Es mag zwar sein, dass das in dem BGH-Urteil zutage tretende Anliegen (u. a.) darin besteht, den Sch\u00e4diger nicht zu privilegieren. Daraus kann aber nicht im Umkehrschlu\u00df gefolgert werden, dass derjenige, der seine eigene Versicherung in Anspruch nimmt, schlechter gestellt wird als derjenige, der gegen die Haftpflichtversicherung eines Dritten Anspr\u00fcche geltend macht. Auch wenn der Versicherungsnehmer einer Kaskoversicherung den Unfall oftmals selbst verschuldet hat, so ist doch zu ber\u00fccksichtigen, dass die Versicherung den Schaden nicht aus Gef\u00e4lligkeit reguliert, sondern allein deshalb, weil der Versicherungsnehmer eine solche Versicherung freiwillig abgeschlossen und unter Aufb\u00fcrdung einer Selbstbeteiligung regelm\u00e4\u00dfig nicht unerhebliche Versicherungspr\u00e4mien hierf\u00fcr entrichtet. Es ist daher nicht ersichtlich, weshalb die im Rahmen der Kasko-Regulierung erfolgte Leistung gegen\u00fcber derjenigen eine Haftpflichtfalls unterprivilegiert sein sollte.<\/p>\n<p>Die seitens des Sachverst\u00e4ndigen \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0in Ansatz gebrachten und von dem Sachverst\u00e4ndigen \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0in Ansatz gebrachten Stundenverrechnungss\u00e4tze sind daher nicht zu beanstanden.<\/p>\n<p>Von daher kann auch dahin gestellt bleiben, ob und inwieweit der angebliche Versto\u00df der Sachverst\u00e4ndigen \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0gegen die Protokollierungsvereinbarung auch ein inhaltlich zu beanstandendes Kriterium darstellt oder nicht.<\/p>\n<p>Ebenso wenig zu beanstanden sind die weiterhin in Ansatz gebrachten Aufschl\u00e4ge auf die Ersatzteile (UPE). Das erkennende Gericht folgt insoweit der \u00fcberwiegenden Auffassung der Instanzgereichte, wonach Kosten dieser Art auch bei fiktiver Abrechnung erstattungsf\u00e4hig sind, wenn sie in den \u00f6rtlichen Fachwerkst\u00e4tten anfallen (AG Hattingen ZfS 2005, 339; AG Hannover ZfS 2002, 434; AG Landstuhl DAR 2002, 24;AG Kehlheim ZfS 2001,312; OLG Dresden DAR 2001, 378).<\/p>\n<p>Der Kl\u00e4ger hat auch einen Anspruch auf Erstattung der au\u00dfergerichtlichen, nicht anrechenbaren Anwaltskosten aus dem Gesichtspunkt des Verzuges, \u00a7\u00a7 286, 280 BGB. \u00a7 66 Abs. 2 WG steht dem nicht entgegen. Von dieser Vorschrift bleiben n\u00e4mlich diejenigen Anwaltskosten unber\u00fchrt, die infolge Verzuges oder Vertragsverletzung des Versicherers entstanden sind (Pr\u00f6lss\/Martin, 26. Auflage, \u00a7 66, Rn. 17).<br \/>\nIm Streitfall erfolgte die Inanspruchnahme anwaltlicher Hilfe unbestritten erst nach der im Schreiben der Beklagten vom 22.03.2005 ge\u00e4u\u00dferten endg\u00fcltigen (und zu Unrecht erfolgten) Weigerungshaltung der Beklagten. Da der Kl\u00e4ger bef\u00fcrchten musste, ohne fachkundige juristische Hilfe nicht zu seinem Recht zu gelangen, war die Mandatierung seines Prozessbevollm\u00e4chtigten zu diesem Zeitpunkt nicht zu beanstanden, sondern aus dem Gesichtspunkt des Verzuges gerechtfertigt,<br \/>\nAuch die H\u00f6he der in Ansatz gebrachten &#8211; \u00fcblichen &#8211; 1,3 Geb\u00fchr begegnet keinen Bedenken. Anhaltspunkte daf\u00fcr, dass es sich um eine unterdurchschnittlich schwierige und umfangreiche Angelegenheit handelte, sind nicht ersichtlich. Im Gegenteil: es waren zwischenzeitlich etliche Gutachten angefallen, die der Prozessbevollm\u00e4chtigte durchzuarbeiten und rechtlich auszuwerten hatte.<\/p>\n<p>Der Anspruch auf Erstattung der Kosten f\u00fcr das Gutachten des Sachverst\u00e4ndigen \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0vom 25.01.2005 \u00fcber 415,86 \u20ac folgt aus \u00a7 14 Nr. 5 AK8, derjenige auf Erstattung der Kosten f\u00fcr das Gutachten des Sachverst\u00e4ndigen \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0vom 6.1.2005 aus \u00a7 66 Abs. 1 VVG. Insoweit steht \u00a7 66 Abs. 2 VVG nicht entgegen. Zwar k\u00f6nnen unter dieser Vorschrift Kfz-Sachverst\u00e4ndige im Kaskobereich fallen; grunds\u00e4tzlich wird der Versicherungsnehmer hier im Regelfall zun\u00e4chst w\u00e4hrend angemessener Frist und an einem durch ihn selbst zu bestimmenden und dem Versicherer zumutbaren Ort die Schadensermittlung durch den \u201eSachverst\u00e4ndigen&#8220; des Kaskoversicherers abwarten m\u00fcssen, mag letzterer auch meist nur ein weisungsgebundener Angestellter des Versicherers sein. Hat allerdings der Versicherer dieses Vertrauen durch ein in einem bestimmten Punkt unrichtiges oder unvollst\u00e4ndiges \u201eGutachten&#8220; entt\u00e4uscht, so wird er sich auf Abs. 2 nicht mehr berufen k\u00f6nnen. Im wirtschaftlichen Ergebnis kann also der Versicherungsnehmer Ersatz nach Abs. 1 verlangen, wenn der durch ihn beauftragte Sachverst\u00e4ndige zu einem f\u00fcr ihn g\u00fcnstigeren Ergebnis gelangt als der Angestellte \u201eSachverst\u00e4ndige&#8220; des Versicherers und wenn die Ansicht des Sachverst\u00e4ndigen des Versicherungsnehmers im Prozess \u00fcber die Schadensermittlungskosten oder (eventuell nach Verfahren gem\u00e4\u00df \u00a7 14 AKB) \u00fcber die H\u00f6he der Hauptschadensent\u00adsch\u00e4digung best\u00e4tigt wird (Pr\u00f6lls\/Martin, 26. Auflage, \u00a7 66, Rnr. 18).<\/p>\n<p>Die Klage unterlag allerdings in H\u00f6he von 179,75 \u20ac der Abweisung, da die Beklagte auf S. 5 ihrer Klageerwiderung unwidersprochen vorgetragen hat, einen Betrag in dieser H\u00f6he \u00fcber die Abschlagszahlung von 1.800,00\u00a0 \u20ac hinaus ebenfalls an den Kl\u00e4ger \u00fcberwiesen zu haben.<\/p>\n<p>Der Zinsanspruch beruht auf den \u00a7\u00a7 286, 288, 280, 291 BGB.<\/p>\n<p>Die prozessualen Nebenentscheidungen beruhen auf den \u00a7\u00a7 92 Abs. 1, 708 Nr. 11, 709S. 1,711 ZPO.<\/p>\n<p>Streitwert: 2.380,44 \u20ac<\/p>\n<p>Dr. Dallemand-Purrer<br \/>\nRichterin am Amtsgericht<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>8 C 195\/05 Anlage zum Verk\u00fcndungsprotokoll vom 17.8.2005 Verk\u00fcndet am 17.8.2005 Joder Justizangestellte als Urkundsbeamter der Gesch\u00e4ftsstelle \u00a0 AMTSGERICHT AACHEN IM NAMEN\u00a0DES VOLKES URTEIL In dem Rechtsstreit des\u00a0Herrn&#8216;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a052070 Aachen, Kl\u00e4gers, Prozessbevollm\u00e4chtigter: &nbsp; gegen &nbsp; Beklagte, \u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Prozessbevollm\u00e4chtigte: &nbsp; &nbsp; \u00a0 hat das Amtsgericht Aachen, Abt. 8 aufgrund der m\u00fcndlichen Verhandlung vom 6.7.2005 durch die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2160,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[2],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kfz-expert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2469"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kfz-expert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kfz-expert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kfz-expert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kfz-expert.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2469"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.kfz-expert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2469\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2476,"href":"https:\/\/www.kfz-expert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2469\/revisions\/2476"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kfz-expert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/2160"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kfz-expert.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2469"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kfz-expert.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2469"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kfz-expert.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2469"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}