{"id":2465,"date":"2019-10-11T09:50:10","date_gmt":"2019-10-11T07:50:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kfz-expert.de\/?p=2465"},"modified":"2019-10-11T09:50:10","modified_gmt":"2019-10-11T07:50:10","slug":"urteil-des-lg-aachen-vom-07-04-2005-zur-massgeblichkeit-der-stundenverrechnungssaetze-einer-markengebundenen-vertragswerkstatt-und-der-erstattungsfaehigkeit-der-upe-zuschlaege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kfz-expert.de\/?p=2465","title":{"rendered":"Urteil des LG Aachen vom 07.04.2005 zur Ma\u00dfgeblichkeit der Stundenverrechnungss\u00e4tze einer markengebundenen Vertragswerkstatt und der Erstattungsf\u00e4higkeit der UPE-Zuschl\u00e4ge"},"content":{"rendered":"<table style=\"font-weight: 400;\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"33%\"><span style=\"color: #808080;\"><strong><u>6 S 200\/04<br \/>\n<\/u><\/strong>4 C 419\/04<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #808080;\">AG Aachen<\/span><\/td>\n<td width=\"33%\"><\/td>\n<td width=\"34%\"><span style=\"color: #808080;\">Anlage zum Verk\u00fcndungsprotokoll vom 7. April 2005<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #808080;\">Verk\u00fcndet am 7. April 2005<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Cohnen, Justizangestellte als Urkundsbeamter der Gesch\u00e4ftsstelle<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>LANDGERICHT AACHEN<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>IM NAMEN DES VOLKES<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>URTEIL<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In dem Rechtsstreit<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/>\n<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">hat die 6. Zivilkammer des Landgerichts Aachen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">auf die m\u00fcndliche Verhandlung vom 24. M\u00e4rz 2005<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">durch den Pr\u00e4sidenten des Landgerichts Gerber sowie den Richter am Landgericht<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dr. Hake und die Richterin am Landgericht B\u00f6hme ,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>f\u00fcr Recht erkannt:<\/strong><\/p>\n<p>Auf die Berufung des Kl\u00e4gers wird das am 29.11.2004 verk\u00fcndete Urteil des Amtsgerichts Aachen &#8211; 4 C 419\/04 &#8211; abge\u00e4ndert und wie folgt neu gefasst:<\/p>\n<p>Die Beklagte wird verurteilt, an den Kl\u00e4ger 79,07 \u20ac nebst Zinsen in H\u00f6he von 5 Prozentpunkten \u00fcber dem jeweiligen Basiszinssatz seit dem 30.07.2004 zu zahlen.<\/p>\n<p>Die Kosten des Verfahrens hat die Beklagte zu tragen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong><u>Entscheidungsgr\u00fcnde<\/u><\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die in formeller Hinsicht unbedenkliche Berufung hat auch in der Sache Erfolg.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dem Kl\u00e4ger steht gegen die Beklagte neben dem bereits erstinstanzlich zuerkannten Anspruch auf Erstattung der Lohnkosten ein weiterer Anspruch auf Erstattung der fiktiven Ersatzteilaufschl\u00e4ge in H\u00f6he von 55,97 \u20ac gem\u00e4\u00df \u00a7 249 Abs. 2 S. 1 BGB zu.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nach st\u00e4ndiger h\u00f6chstrichterlicher Rechtsprechung hat der Gesch\u00e4digte eines Verkehrsunfalles grunds\u00e4tzlich einen Anspruch auf Ersatz der in einer Vertragswerkstatt anfallenden Reparaturkosten unabh\u00e4ngig davon, ob er den Wagen tats\u00e4chlich voll, minderwertig oder \u00fcberhaupt nicht reparieren l\u00e4sst. Ziel des Schadensersatzes ist die Totalreparation. Der Gesch\u00e4digte ist nach schadensrechtlichen Grunds\u00e4tzen sowohl in der Wahl der Mittel zur Schadensbehebung als auch in der Verwendung des vom Sch\u00e4diger zu leistenden Schadensersatzes frei (vgl. BGHZ 155, 1 ff m.w.N.).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bei der Berechnung, der Schadensh\u00f6he ist der Bundesgerichtshof in der vorzitierten Entscheidung zu der Frage der H\u00f6he von Stundenverrechnungss\u00e4tzen von folgendem ausgegangen:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Unter dem Grundsatz der Schadensminderungspflicht ist der Gesch\u00e4digte zwar grunds\u00e4tzlich gehalten, im Rahmen des ihm zumutbaren den wirtschaftlicheren Weg der Schadensbehebung zu w\u00e4hlen, sofern er die H\u00f6he der f\u00fcr die Schadensbeseiti\u00adgung aufzuwendenden Kosten beeinflussen kann. Dabei gen\u00fcgt es aber (m allge\u00admeinen, dass er den Schaden auf der Gr\u00fcndlage eines von ihm eingeholten Sach\u00adverst\u00e4ndigengutachtens berechnet, sofern das Gutachten hinreichend ausf\u00fchrlich ist und das Bem\u00fchen erkennen l\u00e4sst, dem konkreten Schadensfall vom Standpunkt eines wirtschaftlich denkenden Betrachters gerecht zu werden. Das Grundanliegen des \u00a7 249 Abs. 2 S 1 BGB, dass dem Gesch\u00e4digten bei voller Haftung des Sch\u00e4digers ein m\u00f6glichst vollst\u00e4ndiger Schadensausgleich zukommen soff, darf bei der Bewertung nicht aus den Augen verloren werden. Der Gesch\u00e4digte muss sich danach nur dann auf eine g\u00fcnstigere &#8211; und gleichwertige &#8211; Reparaturm\u00f6glichkeit verwegen lassen, wenn ihm diese m\u00fchelos ohne weiteres zug\u00e4nglich ist. Ist dies Jedoch nicht der Fall &#8211; etwa weil die vom Sachverst\u00e4ndigen angesetzten Stundenverrechnungss\u00e4tze in den regionalen Fachwerkst\u00e4tten tats\u00e4chlich anfallen &#8211; muss er sich auf die abstrakte M\u00f6glichkeit der technisch ordnungsgem\u00e4\u00dfen Reparatur in irgendeiner ko\u00adsteng\u00fcnstigeren Fremdwerkstatt auch unter dem Gesichtspunkt der Schadensminderungspflicht nicht verweisen fassen. Grundlage bei fiktiver Abrechnung der erforderli\u00adchen Reparaturkosten ist daher nicht der abstrakte Mittelwert der Stundenverrech\u00adnungss\u00e4tze aller repr\u00e4sentativen Marken- und freien Fachwerkst\u00e4tten einer Region. Bei Zugrundelegung eines solchen abstrakten Mittelwertes w\u00fcrde n\u00e4mlich au\u00dfer Be\u00adtracht bleiben, dass der Sch\u00e4diger zur vollst\u00e4ndigen Behebung des Schadens unab\u00adh\u00e4ngig von den wirtschaftlichen Dispositionen des Gesch\u00e4digten verpflichtet ist, zu\u00addem w\u00fcrde die dem Gesch\u00e4digten in \u00a7 249 Abs. 2 S. 1 BGB er\u00f6ffnete M\u00f6glichkeit der Schadensbehebung in eigener Regie unzul\u00e4ssigerweise eingeschr\u00e4nkt werden. Schlie\u00dflich w\u00fcrde die Realisierung einer Reparatur zu den von dem Sch\u00e4diger vorgetragenen (g\u00fcnstigeren) Preisen die Entfaltung erheblicher eigener Initiative durch den Gesch\u00e4digten erfordern, wozu dieser Jedoch nicht verpflichtet ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Diese vom Bundesgerichtshof f\u00fcr die Frage der Erstattungsf\u00e4higkeit von Stundenver\u00adrechnungss\u00e4tzen einer Fachwerkstatt entwickelten Grunds\u00e4tze gelten gleicherma\u00dfen f\u00fcr die Frage der Erstattungsf\u00e4higkeit von sog. UPE-Aufschl\u00e4gen, Wenn diese &#8211; wie hier- in den \u00f6rtlichen Fachwerkst\u00e4tten anfalten. Denn auch in diesem Fall w\u00fcrde bei Zugrundelegung der Rechtsauffassung der Beklagten die Dispositionsfreiheit des Gesch\u00e4digten eingeschr\u00e4nkt und ihm auferlegt, einen aufwendigen Preisvergleich der einzelnen Werkst\u00e4tten zu erstellen, und eine Reparatur im Rahmen der seitens des Sch\u00e4digers zuerkannten Preise zu erhalten (vgl. LG Aachen in DAR 2002,. S. 72).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Zinsanspruch beruht auf \u00a7\u00a7 286 Abs. 1, 288 Abs. 1 BGB. Die Kostenentscheidung hat ihre Grundlage in \u00a7 91 Abs. 1 ZPO<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><u>Berufungsstreitwert<\/u>\u00a0\u00a0\u00a055,97 \u20ac.<\/p>\n<p>Gerber\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Dr. Hake\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0B\u00f6hme<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>6 S 200\/04 4 C 419\/04 AG Aachen Anlage zum Verk\u00fcndungsprotokoll vom 7. April 2005 Verk\u00fcndet am 7. 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