13. Kfz-Sachverständigentag am 05. Juni 1998 in Hamburg

 (Auszüge aus einem Info des Bundesverbandes der freiberuflichen und unabhängigen Sachverständigen für das Kraftfahrzeugwesen e.V. -BVSK-)


Auf dem 13. Kfz-Sachverständigentag am 05, Juni 1338 in Hamburg gab Bundesverkehrsminister Matthias Wissmann ein klares Bekenntnis zur Funktion des unabhängigen Kfz-Sachverständigen bei der Unfallschadenabwicklung ab. Jeder Geschädigte hat das Recht, einen Sachverständigen seines Vertrauens mit der unabhängigen Feststellung der Höhe des Unfallschadens zu beauftragen. Allen Versuchen, dieses Recht einzuschränken, wurde eine klare Absage erteilt.

Bundesverkehrsminister Matthias Wissman war einer der Referenten der größten Veranstaltung im Sachverständigenwesen in Deutschland, die jährlich vom Bundesverband der freiberuflichen und unabhängigen Sachverständigen für das Kraftfahrzeugwesen e.V. - BVSK - durchgeführt wird. Mehr als 400 Kfz-Sachverständige und Gäste konnten durch den Präsidenten des BVSK, Dipl.-Ing. Wolfgang Küßner begrüßt werden.

Prof. Dr. Rupert Scholz, stellv. Fraktionsvorsitzender der CDU, machte in seinem Vortrag klar, daß qualifizierte neue Arbeitsplätze nur zu schaffen sind, wenn Monopole gebrochen werden und gerade der Sachverstand qualifizierter freiberuflich tätiger Sachverständiger auch in die noch nicht deregulierten Bereiche des Prüfwesens einfließen könnte.

Das Direktoriumsmitglied der Deutschen Bundesbank, Edgar Meister, wies in seinem Vortrag auf die Risiken und Chancen der Einführung des EURO gerade für Freiberufler und den Mittelstand hin. Auch er machte deutlich, daß die Politik die Fähigkeiten der Freiberufler weit stärker nutzen müsse, als dies in der Vergangenheit geschieht. Erst dann werden sich die Chancen durch die Einführung des EURO auch hier zeigen. Gerade das hochqualifizierte deutsche Sachverständigenwesen kann durch die Einführung des EURO - insbesondere wenn man an die in Grenzbereichen tätigen Sachverständigen denkt - von einer europaeinheitlichen Währung stark profitieren.

Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Prof. Martin Herzog und der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK), Rolf Leuchtenberger, skizzierten die Situation der Automobilbranche in Deutschland. Beide machten in ihren Vorträgen deutlich, daß man sich Versuchen, die immer wieder aus Kreisen der Versicherungswirtschaft zu spüren sind, den Kfz-Sachverständigen aus der Unfallschadenabwicklung heraus zu drängen, nicht anschließen wird. Gemeinsam mit der Anwaltschaft halte man an den Grundzügen dar Rechtsprechung fest, daß der Geschädigte bei einem unverschuldeten Unfall das Recht habe, einen Sachverständigen seines Vertrauens hinzuzuziehen. Besonders positiv bewertet die Automobilbranche auch das Engagement freiberuflicher Sachverständiger im Bereich der § 29 StVZO Hauptuntersuchungen.

Rechtsanwalt Dr. Kurt Reinking warnte in seinem Vortrag vor übertriebenen Hoffnungen, künftig die Unfallschadeninstandsetzung vorwiegend mit Gebrauchtteilen durchführen zu können. Völlig ungeklärt seien bislang viele sicherheitsrelevante Fragen, genauso wie Fragen der Garantie und Gewährleistung insbesondere bei fremdfinanzierten und geleasten Fahrzeugen. Wenn sogenannte Öko-Tarife nur dazu dienen sollen, die Gewinnsituation der Assekuranz zu verbessern, ohne Beachtung der möglicherweise negativen Konsequenzen für den Autofahrer, muß die sogenannte zeitwertgerechte Instandsetzung auf wenige Fahrzeugtypen und auf wenige Unfallschadenbereiche beschränkt bleiben. Dr. Reinking wies darauf hin, daß gerade bei der sogenannten zeitwertgerechten Instandsetzung der qualifizierte unabhängige Kfz-Sachverständige unentbehrlich ist, da nur er letztlich entscheiden kann, ob ein Unfallschaden mit Altteilen bzw. durch Instandsetzen behoben werden kann oder ob eine Reparatur nur mit Neuteilen möglich ist.

Zum Abschluß gab der Geschäftsführer der Firma "gedas telematic GmbH" aus dem Volkswagenkonzern, Herr Thomas Schmidt, einen Ausblick auf die Telematic-Entwicklungen der nächsten Jahre. Verkehrsleitsysteme, Notrufmanagement, Abstandswarnung und viele andere Entwicklungen werden das Autofahren in den nächsten 10 Jahren revolutionieren. Auch diese technischen Entwicklungen werden erhöhte Anforderungen an die Unfallschadenermittlung stellen. Der Austausch elektronischer Bauteile bzw. die Auswertung von Unfalldatenschreiber wird auch das Aufgabenfeld des Sachverständigen verändern.

Der Präsident das BVSK, Dipl.-Ing. Wolfgang Küßner, wies in seinem Schlußwort darauf hin, daß trotz der auch im Sachverständigenwesen derzeit schwierigen Lage, der unabhängige Kfz-Sachverständige mit dem von ihm gebotenen Sachverstand rund um das Auto unverzichtbar sein wird.

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